Richtiges Lüften

 

OPTIMALES LÜFTEN

 

1. Das Problem Empfohlen durch EMPA

 

Hauptsächlich in den Winterhalbjahren häufen sich die Klagen über Kondenswasser in Wohnbauten.

Die Folgen dieser Kondenswasserbildung sind Feuchtigkeitsschäden und –Mängel wie Schimmelpilzbefall an den Innenseiten von Aussenwänden und Fensterteilen, störende Niederschläge am Fenster, Fleckenbildung und Tapetenablösungen. Viele dieser Erscheinungen sind auch hygienisch bedenklich. In jedem Fall müssen solche Probleme, besonders wenn sie häufig auftreten, vermieden werden.

 

2. Die Ursache

 

Wie bekannt ist, hat die Luft stets einen gewissen Anteil an unsichtbarem Wasserdampf. Dieser Anteil kann jedoch nicht beliebig hoch sein. Vielmehr besteht eine obere Grenze, die von der Temperatur abhängt. Je kälter die Luft, desto weniger Wasserdampf kann sie aufnehmen. Kühlt man also einen Bauteil stark ab, so kühlt sich die Luft an seiner Oberfläche ebenfalls ab. Damit kann sie aber den im warmen Zustand enthaltenen Wasserdampf nicht mehr tragen. Der überschüssige Wasserdampf wird bei dieser sogenannten Taupunkttemperatur ausgeschieden und erscheint als Wasser auf dem Bauteil. Dies kann sowohl die Fensterscheibe, als auch die Innenseite einer nicht ausreichend wärmedämmenden Aussenwand sein. Besonders gefährdet sind Wände, Decken, Nischen und Oberflächen von Aussenwänden hinter eng anstehenden Möbeln, weil geringe Luftzirkulation die Abkühlung und die Kondensatbildung fördert. Das Auftreten von Kondenswasser hat also meistens etwas mit kalten Wänden oder anderen kalten Bauteilen in geheizten Räumen zu tun. Die Ursache ist die Anreicherung der Raumluft mit Feuchtigkeit. Die Raumluft nimmt aus ihrer Umgebung, also aus Pflanzen, von menschlicher Atmung und selbst aus dem Holz und Mauerwerk, Feuchtigkeit auf. Wasserdampf aus Küche und Bad reichern die Luft zusätzlich mit Feuchtigkeit an und zwar um so mehr je wärmer sie ist. Durch die menschliche Transpiration während der Nacht kann sich die Luftfeuchtigkeit derart steigern, dass auch im Schlafzimmer Kondenswasser entstehen kann.

 

MERKE :

Die Gefahr der Oberflächenkondensation an Fenster und Aussenwänden ist um so grösser, je feuchter die Raumluft und je kälter die Oberfläche dieses Bauteils ist. Die Raumluft ist um so feuchter, je geringer der Luftaustausch mit der Aussenluft ist und je mehr Feuchtigkeitsquellen vorhanden sind.

 

 

3. Lüftung als Gegenmassnahme

 

Die Hauptursachen der vermehrten Kondenswasserbildung liegen heute bei der aus Energiespargründen notwendigerweise dichteren Gebäudehülle und einem Fehlverhalten bei der Lüftung von Wohnräumen. Früher erfolgte eine natürliche und dauernde Lüftung durch undichte Stellen in der Gebäudehülle ( Fenster, Mauerwerk, Rolladenkasten usw ). Durch die Zufuhr von kalter, trockener Luft über diese Undichtheiten war die in der beheizten Raumluft enthaltene Feuchtigkeit teilweise so gering, das Luftbefeuchter eingesetzt werden mussten zur Sicherstellung eines angenehmen Raumklimas. Heute werden die Gebäudehüllen konsequent auf das technisch machbare Optimum abgedichtet. Dies verhindert den früher üblichen Luftaustausch und führt zu einer Feuchtigkeitsanreicherung in der Raumluft. Diese hohe Feuchtigkeit muss durch gezieltes Lüften, aber unter Berücksichtigung des Energiesparens, wieder abgeführt werden.

 

4.Empfehlung für Bewohner

 

Richtiges lüften hilft, hohe Luftfeuchtigkeiten und grosse Abkühlungen von Bauteilen sowie grosse Energieverluste zu vermeiden. Richtiges lüften ist ausserdem wichtig für die Erhaltung einer guten Raumluftqualität.

 

Richtiges lüften heisst: Während 5 bis 6 höchstens 10 Minuten sind die Fenster vollständig zu öffnen ( Stosslüften ). Besonders wirksam ist die Querlüftung ( Durchzug ) . Mit diesen Massnahmen wird in kurzer Zeit viel Raumluftfeuchte abgeführt, das Auskühlen der Wand- und Decken- Oberfläche verhindert und eine Menge Heizenergie gespart.

 

Wann soll gelüftet werden? Machen Sie es sich zur Gewohnheit, bewohnte Räume am Tag 3 mal zu lüften, am Morgen, am Mittag und am Abend und zwar so wie oben beschrieben.

 

Beachten Sie:

In geheizter Raumluft ist aus physikalischen Gründen immer, vor allem in Feuchträume wie Bad, Küche und Waschküche etc, mehr Feuchtigkeit vorhanden als im kalten Aussenklima. Selbst wenn in der kalten Jahreszeit draussen Regen, Schnee und Nebel vorhanden sind, können Sie bedenkenlos lüften. Es stimmt nicht, das man beim Lüften feuchte Luft herein lässt, im Gegenteil: Man führt Raumluftfeuchte nach aussen ab.

 

Richtiges lüften und Raumtemperatur. Senken Sie die Raumtemperatur nicht übermässig und ohne Überprüfung der Isolationsqualität der Gebäudehülle. Unverhältnismässige Energiesparbemühungen können zu Kondenswasserschäden und zu hygienischen Problemen ( Schimmelpilz ) führen. Bleiben Sie in den Wohnräumen bei einer Temperatur von ca. 20 Grad Celsius und in den Schlafräumen bei ca. 17 Grad. Die Türen zwischen kühleren Schlafräumen und den übrigen wärmeren Räumen sollten geschlossen bleiben, dies vor allem bei offenen Grundrissen ( z.B. offenes Treppenhaus ).

 

Merke:

Richtiges Lüften ( Stosslüften ) spart Energie, ist hygienischer und vermeidet Feuchtigkeitsschäden in Wohnräumen!!!